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Wetter ist wichtig
Sonntag, 24.6.2007 von ats.
Nicht nur für Briten. Auch für alle andern, die drin leben. Nicht natürlich für solche, die nach dem Morgenlatte im Ikeaglas aus der Herdwärme direkt in die vollklimatisierte Karosse fallen, aus der Garage rollen und vom Parkhaus ohne direkte Berührung mit Mutter Natur ins Büro schnellen. Für die nicht. Alle andern haben hin und wieder mit Wind und Sonne und Regen und Nebel und all den nadelfeinen Unterschieden in Tröpfchengröße und Sichtklarheit zu tun. Für die gibts hier Beobachtungen, die das Wetter so hergibt - meine Beobachtungen. Und ohne die möchte ich gar nicht mehr sein, denn kein einziges Wetter gleicht ja dem anderen, kein Morgen ist genauso rot oder diesig oder gelbgestreift wie der vorige, kein Gewitter zieht auf dieselbe Weise über die Siedlung weg wie das gestrige. Ich finde es lohnt sich zu gucken.
Gestern Nachmittag zum Beispiel zogen Sonnenstrahlen durchs hüfthohe Gras. Der Wind kämmte gar nicht zimperlich einige Grassträhnen, fuhr dem Sauerampfer burschikos durch die Dolden, griff dem Götterbaum ein wenig zu wüst in die Krone, dass der sie unwillig zurückwarf. Die Wilde Pflaume gebärdete sich wie ein ungelenker Teenager, der seine zu lang geratenen Glieder mitsamt der strähnigen Mähne zu imaginärem Metalgeschrammel durch die Luft schlenkert. Im Westen dunkelte indessen ein bedrohlicher Horizont heran, schob dabei wattiges Gewölk vor sich her, mitten hinein ins unschuldige Blau. Dort fransten noch einige verspielte Wolken zum lieblichen Aquarell aus, wie mit Weichzeichner verschliert. Ein weißer Schmetterling taumelte zwischen Sauerampferstengeln.
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