Verfasser-Archiv

23.03.2010 - Bildhauer im Gespräch: Roger Rigorth

Ziegelhütte auf KulTour

Zu Besuch im Atelier von Roger Rigorth / Heydenmühle Otzberg: Der Bildhauer im Gespräch mit Anja Trieschmann

Dem Bildhauer Roger Rigorth, der im ländlichen Idyll der Heydenmühle sein Atelier hat, dient Zweckentfremdung als Mittel für bildnerisch imaginäre Reisen. Seine Objekte und Installationen stehen als Symbol für eine innere Haltung oder eine durch ungewohntes Kombinieren von Dingen erzählte Geschichte. Rigorth reichert kulturell Gewohntes fantasiereich mit neuem Inhalt an, indem er Vertrautes verfremdet, Komplexes reduziert oder ambivalente Formabwandlungen erfindet. Dabei ist die Sprache des Materials - vorwiegend Holz, Sisal, Lehm, erdig-naturale Stoffe also - bereits Teil der stets ästhetisch motivierten Aussage. Im Gespräch mit der Kulturjournalistin Anja Trieschmann gibt der Künstler Einblicke in die Lebensphilosophie, die seinem Werk sowie seiner konsequenten Lebens- und Arbeitsweise zugrundeliegt. Besonderes Highlight ist ein Film über die basalen Arbeitsschritte des Holzbildhauers Rigorths: Zu sehen ist der Prozess, wie aus einem massiven Eichenstamm im Wald mittels mobilem Sägewerk ein bearbeitbarer Rohstoff für eine Plastik wird. Wann und Wo? Dienstag, 23. März, 18 Uhr im Atelier von Roger Rigorth / Heydenmühle Otzberg. Gemeinsame Abfahrt um 17.30 Uhr am Künstlerhaus Ziegelhütte. Um Anmeldung wird gebeten. Telefon: 0 61 51 - 9 67 67 10

25.2.2010 - Künstlerdoppel: Ute Doering und Kurt Drawert im Gespräch

Sie ist hinter der Linse, er hinter dem Wort zu Hause. Doch beide verdichten sie Realität: Ute Döring wählt hintersinnige Fotoinstallationen, deren harmloser Ersteindruck einen kritischen Blick auf die Realität verbergen: Denn stets zeigen ihre Fotoserien die schöne Welt als eine zerbrechliche. Ihr Gatte Kurt Drawert dagegen ist vor allem seiner Lyrik und essayistischen Schriften wegen bekannt geworden. Sein erster Roman „Ich hielt meinen Schatten für einen anderen und grüßte“ (2008) gilt einerseits als „grandioses Kunstwerk“ (DIE ZEIT), andererseits als Tortour - was seinem schwermütigen Erzählstoff durchaus angemessen ist: Handelt es sich doch um eine „Notwehr“ gegen die Erlebnisse in dem von Drawert als unmenschlich wahrgenommenen totalitären DDR-Staat, in dem der Schriftsteller und seine Frau ihr halbes Leben verbrachten. Beide, Fotografin und Dichter, sind zu Gast im Gespräch mit Anja Trieschmann und dem Publikum der Ziegelhütte. Der Abend verspricht Leckerbissen zumindest für Auge, Ohr, Verstand und Gaumen. Donnerstag, 25. Februar, 20 Uhr im Künstlerhaus Ziegelhütte

21.02.2010 - Ausstellungseröffnung: Malerei von Julia Philipps

„Ich schäme mich nicht dafür, Schönes malen und Ästhetik, Positives, ja, Glück in meinen Bildern transportieren zu wollen“, bekennt sich Julia Philipps zum Anspruch, mit ihrer Kunst Lebensfreude mehren zu wollen. Emotionale Präsenz hat sie, Mutter dreier Kleinkinder, zu Hause genug - in ihrer Malerei sucht die Farbentaucherin den Ausgleich, und das im wahrsten Wortsinn. Glück ist für sie, sich in Farbbäder zu versenken, visuell, aber auch ganz handgreiflich, denn was in ihrer Malerei nach schwebender Leichtigkeit aussieht, ist hart eingerubbelt, mit ganzer Körperkraft in die Leinwand gewalgt. Von organischen Formspielen ist die Absolventin der Hochschule für Gestaltung in Offenbach schon lange abgekommen - in ihrer ersten Ausstellung 1994 in der Galerie Lattemann, noch während des Studiums, formte der Pinsel Naturales zur Bildkomposition um. Die vergangenen 16 Schaffensjahre hat sich die Künstlerin die Farbe an sich, ihr reichhaltiges Nuancenspiel auf der Fläche, erobert. Ihr Temperament - sie bezeichnet sich als lebensfroh und optimistisch - findet seither einen Niederschlag in feinsten Rhythmisierungen der Farbhaut, die Julia Philipps weich kontrastierend, doch stets in akkuraten Bildaufteilungen einander gegenüber stellt. Kein Gegenstand lenkt mehr von der reinen Wahrnehmung der Farbe ab, von ihren Tiefenschichten und Strukturwellen, ihrer Schattierung und ureigenen Dynamik. Verstand und Gefühl, Ordnungsprinzip und Spieltrieb kommen beide zu ihrem Recht. Aktuelle und ältere Farbfeld-Serien von Julia Philipps sind ab 21. März (Eröffnung um 11 Uhr im Papiermüllerweg 7 in Trautheim, es spricht Anja Trieschmann) in der Galerie Lattemann zu sehen und geben bis 21. März Einblicke in die Entwicklung der Künstlerin.

21.01.2010 - Kunst unter der Lupe: Im Gespräch mit Annette Bischoff

Mit dem Künstlerhaus Ziegelhütte auf Kul-tour: Atelierbesuch bei der Malerin Annette Bischoff

Das Flüchtige hat sie von ihrem Atelierfenster aus immer im Blick: Züge, die kommen und gehen, Gleise, das Fernweh, das Reisen verspricht. Ein Arbeitsplatz ohne Ecken, dafür mehrere Stockwerke hoch und mit Blick in den Himmel: Für Annette Bischoff ist ihr Atelier im Wasserturm wie Luftholen. Dort entstehen ihre Bilder, in denen kraftvolle Farben um Aufmerksamkeit ringen und Strukturen wie Teppichmuster ineinander verwebt sind. Darunter liegen Geschichten: Erlebtes, auf Reisen Aufgeschnapptes, Recherchiertes, ein unbändiges Konvolut an Informationen und Eindrücken, die Bischoff komplex collagiert und schichtet - ein bisschen so, wie Erinnerung durch ständiges Überlagertwerden von Erfahrung entsteht. Musik, Rhythmus, Klang ist verwoben in ihre Farbtexturen - Musik wird auch eingeflochten sein in das Gespräch zwischen Anja Trieschmann und Annette Bischoff, in dem ebenso literarische Kostbarkeiten und Fragen der Zuhörenden ihren Platz haben werden.
Donnerstag, 21. Januar, 19 Uhr im Atelier im Wasserturm / Hauptbahnhof Darmstadt

11.07.2009 - Lesung mit Maynat Kourbanova

Die tschetschenische Journalistin und Autorin floh vor 5 Jahren aus ihrem Land, weil ihr Leben und das ihrer Tochter aufgrund ihrer kritischen Berichterstattung über die dort verübten Kriegsgreuel und die russische Besatzung bedroht worden war. Sie lebt als Exilstipendiatin in Darmstadt und verarbeitet ihre Erlebnisse in literarischen Reportagen.

Ort: Wagenplatz Klabauta - Weidenweg 1 - Darmstadt
Nähe Messplatz/Bürgerpark

Zeit: 11. Juli 2009: Lesungsbeginn 17 Uhr
gemütliches Eintrudeln ab 16 Uhr

Der Eintritt ist frei, Spenden erfreuen das Herz! Für ortsübliches Getränk und Geknabber (tschetschenisch) ist gesorgt.

16.4.2009 - “nahblick” & “negierte enge” in Berlin

So nah, dass die Realität vor den Augen verschwimmt und poetische Qualität annimmt - so weit, dass man sich hinaus wünscht aus den AlltagsEngen: Zwei Fotoserien loten die Palette des Freiheitsbegriffes und der Sehgewohnheiten aus: “nahblick” heißt die Bildstrecke von Kaya (kayafoto [ät] fettabernett [punkt] de), die das ABC der Betrachtung in den Fokus rückt. Sie steht im Kontrast zu den reduzierten Fotografien von Rebekka mit dem Titel “negierte enge”. Die Foto-Serien der zwei Darmstädter Fotografinnen sind zusammen ab dem 16. April in Berlin, im Ausstellungswagen des Wagendorfs Lohmühle am Uferweg (Ostende Görlitzer Park), zu sehen. Vernissage ist am 16. April 2009, 19 Uhr, und bis zum 31. Mai ist die Doppelschau täglich von 11 bis 20 Uhr dort besuchsoffen.
“nahblick” & “negierte enge”

20.03.2009 - Lebensvisionen im Projektraum HOLDEN

„Conditions“ - ausdrucksstärker Leben
Als Andrés Marroquín Winkelmann (*1983 Lima/Perú) nach Berlin kam, suchte er eine Bleibe. Gefunden hat er mehr als das: eine soziale Gemeinschaft, in der das tägliche Leben körperlicher Ausdruck gelebter Visionen war. Der Projektraum HOLDEN zeigt Bilder des in Berlin lebenden Fotografen, die, zeitgleich mit den Darmstädter Tagen der Fotografie, romantische, ehrliche und intime Aussichten aufs Leben zeigen. Was den Fotografen, der drei Jahre im ehemals besetzen Haus in der Samariterstrasse wohnte, interessierte und faszinierte war nicht das aufregend kulturelle Leben dieser Gegend oder ihre pittoreske Bewohnerschaft – es war die direkte Art, miteinander umzugehen und das offen gelebte Verlangen, sich selbst auszudrücken. Mit einem offenen Künstlergespräch startet die Schau am 20.3. um 19 Uhr - Anja Trieschmann spricht mit Andres Marroquin Winkelmann und interessierten Besuchern. Die Ausstellung ist bis 26. April im Projektraum HOLDEN, Bad-Nauheimer-Straße 9 in Darmstadt, jeweils freitags von 17 bis 20 Uhr und zusätzlich am Wochenende, 25. und 26. April, von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

31.03.2009 - Exkursionsgespräch zu Hans Sieverding

Große Formate, Motive zwischen Traum, Symbol und Realfragment: Der Maler Hans Sieverding schnurrt seine Weltsicht auf eine hochkonzentrierte, schwer zu enträtselnde Bildsprache zusammen, die irgendwo zwischen Figur und Abstraktion in der Schwebe hängt. Seit 15 Jahren lebt er im Schloss Fürstenau bei Michelstadt - einem Idyll, dem er zeitweise entflieht, um, wie er sagt, den Bezug zur “Welt” nicht zu verlieren. „Was ist los im Atelier?“ fragt am 31. März die Journalistin Anja Trieschmann auf Einladung des Künstlerhauses Ziegelhütte im Gespräch mit dem 1937 geborenen Maler. Und zwar nicht, wie üblich, im Künstlerhaus Ziegelhütte! Sondern die Hör-Interessierten sind exkursorisch eingeladen, sich in die malerisch gelegene Kreativwerkstatt Sieverdings im Odenwald aufzumachen. Gemeinsamer Start ist um 15 Uhr an der Ziegelhütte. Anmeldung und Infos unter: 06151-715031 und 0171-7462240.

12.02.2009 - Künstlergespräch mit Verena Guther

Jede Stadt hat ihren eigenen Charakter. Die Architektur, das Gewebe aus Straßen und Gebäudefluchten, spricht eine unverwechselbare Sprache. Die rhythmisch wiederkehrenden Strukturen, die dem Stadtbild im Geflecht von Linien und Flächen eine Ordnung verleihen, die sind es, nach denen Verena Guther mit ihrer Kamera forscht. Das je typische Strickmuster einer Stadt auf den Punkt zu bringen, es bildhaft greifbar zu machen, ist Thema ihrer Collagen, in denen sie fotografische Ein- und Ansichten mit Pinselakzenten belebt. Und obwohl formale Aspekte im Vordergrund stehen - obwohl Wiederholung und Variation, Maserung und Muster, Struktur, Reihung und Spiegelung die Metropolen New York, Berlin, Paris aus ungewöhnlicher, mitunter gewebeartig reduzierter Perspektive zeigen -, porträtiert die Darmstädter Künstlerin die Städte, wie nebenbei, auch auf einer inhaltlichen Ebene. Was sie bei ihren Streifzügen durch die Weltstädte erlebt, welches künstlerische Anliegen sie verfolgt und wie sie damit umgeht, seit einigen Jahren internationale Anerkennung zu erhalten, das wird sie am Donnerstag (12. Feburar 2009) um 20 Uhr im Künstlerhaus Ziegelhütte (Kranichsteinerstraße 110 in Darmstadt) im Gespräch mit Anja Trieschmann erzählen.

18.01.2009 - Ausstellung mit Sigrid Siegele, Christine Eckert und Reiner Emrich

“Landscape & Landmarks” titelt eine Ausstellung, die die Darmstädter Bildhauerin Sigrid Siegele gemeinsam mit dem Druckgrafiker und Maler Reiner Emrich und der Grafikerin Christine Eckert in Seligenstadt bestückt. Die Galerie Kunstforum in der Frankfurter Straße 13 zeigt auf drei Ebenen Ensembles von Siegeles formal reduzierten Ziegelplastiken, die einen herben Kontrast zu den gestischen Landschaftsporträts Emrichs und den Monotypien Eckerts bilden. Am Sonntag (18. Januar) wird die Ausstellung um 17 Uhr von Anja Trieschmann eröffnet. Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag 15 bis 18 Uhr.