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Archive für Februar 2010

25.2.2010 - Künstlerdoppel: Ute Doering und Kurt Drawert im Gespräch

Sie ist hinter der Linse, er hinter dem Wort zu Hause. Doch beide verdichten sie Realität: Ute Döring wählt hintersinnige Fotoinstallationen, deren harmloser Ersteindruck einen kritischen Blick auf die Realität verbergen: Denn stets zeigen ihre Fotoserien die schöne Welt als eine zerbrechliche. Ihr Gatte Kurt Drawert dagegen ist vor allem seiner Lyrik und essayistischen Schriften wegen bekannt geworden. Sein erster Roman „Ich hielt meinen Schatten für einen anderen und grüßte“ (2008) gilt einerseits als „grandioses Kunstwerk“ (DIE ZEIT), andererseits als Tortour - was seinem schwermütigen Erzählstoff durchaus angemessen ist: Handelt es sich doch um eine „Notwehr“ gegen die Erlebnisse in dem von Drawert als unmenschlich wahrgenommenen totalitären DDR-Staat, in dem der Schriftsteller und seine Frau ihr halbes Leben verbrachten. Beide, Fotografin und Dichter, sind zu Gast im Gespräch mit Anja Trieschmann und dem Publikum der Ziegelhütte. Der Abend verspricht Leckerbissen zumindest für Auge, Ohr, Verstand und Gaumen. Donnerstag, 25. Februar, 20 Uhr im Künstlerhaus Ziegelhütte

21.02.2010 - Ausstellungseröffnung: Malerei von Julia Philipps

„Ich schäme mich nicht dafür, Schönes malen und Ästhetik, Positives, ja, Glück in meinen Bildern transportieren zu wollen“, bekennt sich Julia Philipps zum Anspruch, mit ihrer Kunst Lebensfreude mehren zu wollen. Emotionale Präsenz hat sie, Mutter dreier Kleinkinder, zu Hause genug - in ihrer Malerei sucht die Farbentaucherin den Ausgleich, und das im wahrsten Wortsinn. Glück ist für sie, sich in Farbbäder zu versenken, visuell, aber auch ganz handgreiflich, denn was in ihrer Malerei nach schwebender Leichtigkeit aussieht, ist hart eingerubbelt, mit ganzer Körperkraft in die Leinwand gewalgt. Von organischen Formspielen ist die Absolventin der Hochschule für Gestaltung in Offenbach schon lange abgekommen - in ihrer ersten Ausstellung 1994 in der Galerie Lattemann, noch während des Studiums, formte der Pinsel Naturales zur Bildkomposition um. Die vergangenen 16 Schaffensjahre hat sich die Künstlerin die Farbe an sich, ihr reichhaltiges Nuancenspiel auf der Fläche, erobert. Ihr Temperament - sie bezeichnet sich als lebensfroh und optimistisch - findet seither einen Niederschlag in feinsten Rhythmisierungen der Farbhaut, die Julia Philipps weich kontrastierend, doch stets in akkuraten Bildaufteilungen einander gegenüber stellt. Kein Gegenstand lenkt mehr von der reinen Wahrnehmung der Farbe ab, von ihren Tiefenschichten und Strukturwellen, ihrer Schattierung und ureigenen Dynamik. Verstand und Gefühl, Ordnungsprinzip und Spieltrieb kommen beide zu ihrem Recht. Aktuelle und ältere Farbfeld-Serien von Julia Philipps sind ab 21. März (Eröffnung um 11 Uhr im Papiermüllerweg 7 in Trautheim, es spricht Anja Trieschmann) in der Galerie Lattemann zu sehen und geben bis 21. März Einblicke in die Entwicklung der Künstlerin.

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