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Archive für Januar 2008

03.02.2008 Krankmeldung: Klagelied von fremdem Mund gesungen

Friederike Mayröcker ist krank, heißt es aus dem Pfarramt der Evangelischen Stadtkirche. Daher kann sie ihr “Requiem für Ernst Jandl” leider!!! nicht selbst lesen, sondern lässt es - auf eindringlichen Wunsch der Autorin - an ihrer Statt den Burgschauspieler Martin Schwab vortragen. Anlass für die geplante Lesung der großen alten Dame der Österreichischen Literatur ist die Ausstellung „Requiem“ der ebenfalls aus Wien stammenden Künstlerin Angelika Kaufmann.

In der Passionszeit, vom 3. Februar bis 19. März 2008, wird Angelika Kaufmann den gotischen Chorbogen der Stadtkirche mit einer rund 100m² großen Papierarbeit verhängen. Ihre Installation knüpft an die alte Tradition des Fastentuches an und nimmt Bezug auf Friederike Mayröckers “Requiem für Ernst Jandl”.
Unter dem Titel „Europäische Nachbarn – Passion Österreich“ findet parallel zur Ausstellung ein Festival mit Lesungen österreichischer Autorinnen und Autoren statt, das einen Eindruck der vielfältigen literarischen Landschaft des Nachbarlandes vermittelt und eine Auswahl hochkarätiger Literaten und Poeten nach Darmstadt bringen wird.
Sonntag (3.), 11.30 Uhr, Evangelische Stadtkirche Darmstadt

03.02.2008 - Klagelied einer Ungetrösteten

Februar (3.), 11.30 Uhr, Evangelische Stadtkirche Darmstadt, Lesung

An Friederike Mayröckers Texte allein mit rationalen Bezugsgrößen heranzugehen, hieße, ihrem poetischen, mal nach Traum, mal nach Melancholie duftenden Wortgespinst jene Kraft zu nehmen, die erst irritiert, dann berührt und schließlich - befreit. Die 1924 in Wien geborene Schriftstellerin nimmt die normative Syntax auseinander, wie es ihr ins Wort passt, ins geduldig erwartete, selbstkritisch hin- und hergewendete und aus Sprachexperimenten geschlüpfte Wort. Anlässlich der Ausstellung „Requiem“ von Angelika Kaufmann in der Evangelischen Stadtkirche liest die Büchnerpreisträgerin von 2001 aus ihrem im Jahr 2000 veröffentlichten Buch „Requiem für Ernst Jandl“, in dem sie den Tod ihres Hand- und Herzgefährten Ernst Jandl in eine literarische Totenklage verwandelt. Eine Rezensentin beschreibt es als ein “fortwährendes Weiterreden” in der “nicht aussprechbaren Hoffnung, der andere würde es hören”. Am Ende steht ein Zitat von Mayröcker, das nichts zeigt als einen Mann und eine Frau zusammen: ‘in der Küche stehn wir beide / rühren in dem leeren Topf / schauen aus dem Fenster beide / haben 1 Gedicht im Kopf’.

Neues Jahr, neues Gesicht!?

Ein frohes neues Jahr wünschen wir Ihnen!

Aber nicht nur das Jahr ist neu, auch www.kunstnotiz.de zeigt sich mit einem neuen Gesicht!

Die Arbeiten und Überarbeitungen an unserer Webseite sind abgeschlossen und wir freuen uns, Ihnen die neue - und natürlich, wie wir hoffen, verbesserte und reichhaltigere - Webpräsenz pünktlich zum Jahresbeginn präsentieren zu dürfen.

Nun, wenn ich eben sagte, die Arbeiten seien abgeschlossen, so entsprach das nicht ganz der Wahrheit: Selbstverständlich werden wir auch im Jahre 2008 am Ball bleiben und versuchen, Sie mit Neuigkeiten, Informationen und Eindrücken aus der künstlerischen, literarischen, musischen Szene zu versorgen!

Mit besten Wünschen für 2008, Ihr kunstnotiz-Team

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